MARK KNOPFLER : ZÜRICH 2019

 

Disc One (65:41)

  1. Why Aye Man
  2. Corned Beef City
  3. Sailing To Philadelphia
  4. Once Upon A Time In The West
  5. Romeo And Juliet
  6. My Bacon Roll
  7. Matchstick Man
  8. Done With Bonaparte

Disc Two (60:00)

  1. Heart Full Of Holes
  2. She’s Gone/Your Latest Trick
  3. Postcards From Paraguay
  4. On Every Street
  5. Speedway At Nazareth
  6. Money For Nothing
  7. Brothers in Arms
  8. Going home

Label : MarkKnopfler.com

Venue : Hallenstadion, Zurich, Switzerland

Recording Date : May 9th, 2019

Quality : Soundboard recording (A+)

Concert Review (Daily Rock) : La dernière venue en Suisse de l’ancien leader de Dire Straits date d’il y a quatre ans. Le gaillard se fait rare. C’est d’ailleurs cette envie ‘d’anonymat’ ou plutôt cette envie de fuir le succès et tout le cirque inhérent aux méga tournées qui l’avait amené à mettre un terme à l’aventure Dire Straits alors que le groupe était encore capable de remplir les plus grandes salles, voire stades. C’était en 1993. Oui, il y a déjà 26 ans… Depuis, Mark Knopfler a continué en mode solo principalement, sans vraiment regarder en arrière. Ainsi, jamais de réunion de Dire Straits malgré, certainement, de multiples sollicitations externes. Et pas vraiment de tentative de faire revivre la musique de ce groupe à travers ses disques dont l’orientation est plus calme que celle de Dire Straits. Ou plutôt dans la veine des titres les plus calmes de ce groupe. Un artiste libéré de toute pression, donc, qui se fait plaisir et qui délivre des albums soyeux et léchés. Les places de son concert sont d’ailleurs toutes assises, c’est un signe. Mais les tubes de Dire Straits – que Knofpler semble jouer – feront sûrement se lever les spectateurs à quelques reprises !

Concert Review (Negative White) : Vier Jahre nach seinem letzten Konzert in Zürich spielt Mark Knopfler erneut im ausverkauften Hallenstadion. Mit viel Charme und Gelassenheit begeistert er das Zürcher Publikum von Beginn weg. Die Setlist beinhaltet einen guten Mix aus Dire Straits-Songs und Liedern seiner Solo-Alben. Jeder kennt die spezielle Technik, mit der Mark Knopfler Gitarre spielt. Auch heute bleibt mein Blick zwischendurch an seinen Fingern hängen, bevor ich genüsslich die Augen schliesse und die Musik geniesse. Mark Knopfler ist zwar Linkshänder, spielt aber rechtshändig Gitarre. Seine erste Fender bekommt er von seinem Vater als Teenager. Diese Gitarre geht aber beim Versuch drauf, den Radio als Verstärker zu benutzen. Seinen einzigartigen Fingerpicking-Stil entwickelt er in der Zeit, als er statt mit einer E-Gitarre auf einer Akustikgitarre mit dünnen Saiten spielt und sie lauter klingen soll. Eines seiner bekanntesten Riffs ist in Sultans of Swing. Der Song hatte ursprünglich eine andere Melodie und wurde umgeschrieben, als er von der Akustikgitarre auf die Fender umsteigt. Bevor er mit der Musik durchstartet, finanziert er sich sein Journalistikstudium mit Auftritten in Clubs und als Junior-Reporter bei der Yorkshire Evening Post. Nach erfolgreichem Abschluss arbeitet er als Dozent am Loughton College in Essex. Der Bandname Dire Straits heisst übersetzt «ernste Notlage», was die damalige finanzielle Situation widerspiegelt. In den harten Anfängen schlief er in einem unbeheizten Raum auf einer Krankenwagenbahre anstelle eines Betts. Mehr konnte er sich nicht leisten. Ich stelle mir insgeheim die Frage: wie kommt man zu einer solchen Bahre? I used to have one guitar as a teenager. Now there are guitars everywhere. — Mark Knopfler Im Laufe seiner Karriere spielt Mark Knopfler auf über 130 Gitarren. Seine Hauptgitarre ist die rote Fender Stratocaster, auf der der er Songs wie Sailing to Philadelphia oder Romeo and Juliet performt. Seine enorme Anzahl an Gitarren bezeichnet er nicht als Kollektion. Hingegen ist er leidenschaftlicher Sammler von klassischen Rennwagen aus den 50ern und begeisterter Rennfahrer. Solo im Spotlicht von 12 Kegeln Auf der Bühne steht er mit nicht weniger als 10 Musikern. Oft steht Mark Knopfler aber allein im Spotlicht. Bei einem seiner Soli sind 12 Lichtkegel von oben und seitlich 4 Spots auf ihn gerichtet. Handyfoto aus dem Publikum Bild: Michelle Brügger Immer mal wieder wirft er eine Anekdote in die Runde. Bevor die Band vorgestellt wird, ist wieder einer dieser Augenblicke. Für den nächsten Song werden diverse Instrumente auf die Bühne geholt. Mark Knopfler: «Das ist der Moment, wo wir mit all den Instrumenten angeben, die wir spielen. Genau genommen sie, nicht ich. Ich spiele nur Gitarre». Richard and I do the tempo and everybody else… do your best. — Mark Knopfler Mark Knopfler, 09.05.19 Hallenstadion Zürich | Bild: Michelle Brügger (negativewhite.com) Bild: Michelle Brügger Mit Piano und Saxophon wird der Titel She’s Gone angespielt und geht nach einer knappen Minute nahtlos in Your Latest Trick über. Graeme Blevins erzeugt damit Gänsehaut und löst beim Übergang spontanen Applaus aus. Während des gesamten Konzerts wird immer mal wieder wird etwas in Richtung Bühne gerufen und Mark Knopfler reagiert darauf. Die Leute bekunden lautstark ihre Freude mit einem kräftigen «Oh yeah», bringen mit den Füssen ganze Sitzreihen zum Wackeln und trommeln begeistert auf die Klapptische in den Sektoren G&H. Das Hallenstadion ist eine riesige Partylocation und feiert ihren Star. In Erinnerungen schwelgen Mark hat eine unterhaltsame Art, aus seinem Leben zu erzählen. Man erhält den Eindruck, er führt eine direkte Unterhaltung. Er berichtet von seinen Autostopp-Erlebnissen, wie er für ein Vorsingen von Griechenland nach Brindisi getrampt ist. Grosses Gelächter löste er mit seiner Weihnachtsgeschichte aus, die er mit vielen Details ausschmückt. Er wollte an Weihnachten nach Hause, hatte aber kein Geld für den Zug. Deshalb dachte er sich, er könne von Penzance aus per Anhalter heimfahren. Ein LKW-Fahrer nahm ihn bis Newcastle mit. Das seien ungefähr 500 Meilen respektive 800 Kilometer gewesen. Er sei sich jetzt aber nicht ganz sicher, ob diese Distanzangabe stimme. Als würden wir tatsächlich direkt mit ihm an einem Tisch sitzen wirft er ein, er werde das später nachschauen und uns dann die richtige Zahl mitteilen. Laut Google Maps beträgt die Strecke je nach Route tatsächlich 499 Meilen, was rund 800 Kilometern entspricht. There I was with my guitar. And I thought ‚this is the life you’ve chosen. You fool! — Mark Knopfler Er fuhr mit der Erzählung fort und fügte Satz für Satz ein weiteres Bild ein. Ungefähr 5 Uhr morgens sei es gewesen, als der Trucker ihn an einem Kreisel rausgelassen habe. Überall lag Schnee, die Sonne schien und weit und breit keine Menschenseele unterwegs. Es war ja auch Weihnachtsmorgen. Das sei wohl eine blöde Idee gewesen, so heimreisen zu wollen. Da stand er nun mit seiner Gitarre und dachte sich: «Das ist das Leben, das du dir ausgesucht hast. Du Idiot!». Für die Fans ist es keine Überraschung, dass er im Anschluss Matchstick Man spielt. Nach My Bacon Roll setzt sich Mark Knopfler auf einen Hocker. Er erinnert uns, wie er als junger Mann in der Schweiz aufgetreten sei. Jetzt heisse es wieder «Hallo», aber jetzt sei er alt. Und vermutlich heisse es deshalb auch bald «Goodbye». I gotta quit this touring. — Mark Knopfler Er müsse mit Tourneen aufhören, aber er werde deswegen nicht mit der Musik aufhören. Man darf als Fan also zumindest noch auf weitere Alben von ihm hoffen. Während seiner Solokarriere veröffentlicht Mark Knopfler 9 Studioalben, 20 Singles und steuert Songs für elf Filme bei und wurde mehrfach ausgezeichnet. Für seine musikalischen Errungenschaften verleiht man ihm drei Ehrendoktortitel und 2015 den Ritterorden «Officer of the Order of British Empire». Selbst im Weltall findet man seinen Namen: Im Oktober 1998 wird der Asteroid entdeckt und nach ihm benannt «(28151) Markknopfler». Mark Knopfler als Dinosaurier oder Fossil zu bezeichnen, wäre unpassend. Würde man zumindest annehmen. Eine Ausnahme bildet da wohl das Paläantologen-Team aus Amerika, das 2001 einem Dinosaurier den Namen «Masiakasaurus Knopfleri» geben. Offenbar erzielten sie immer dann Fortschritte bei der Suche nach Fossilien, wenn sie sich Gitarrensoli von Knopfler anhörten. Ob es sich dabei um sein bisher erfolgreichstes Album Sailing to Philadelphia handelte, das mehrfach mit Platin ausgezeichnet wurde? Mark ist nicht der einzige, der an diesem Abend in Erinnerungen schwelgt. Besonders die Dire Straits-Songs versetzen mich immer wieder in meine Jugendzeit zurück. Die Zugabe Brothers in Arms war so einer, der mir ein verträumtes Lächeln ins Gesicht zauberte. Am Ende von Speedway at Nazareth stürmen die Fans nach vorne an die Bühne. Es folgen noch drei Encores, bevor ihm die Fans in der Schweiz wohl zum letzten Mal an einem Konzert zujubeln können.